Kreispokalsieg, ein epochales Ereignis für den FC Östringen 2
FC Weiher – FC Östringen II 1:2 (1:0)
Am Karsamstag, dem 04. April 2026, fand auf dem neutralen Gelände des VfR Kronau eine denkwürdige Begegnung zwischen dem A-Ligisten FC Weiher und dem Kreisligisten FC Östringen 2 statt. Denkwürdig deshalb, da dem Reserveteam des Östringer Landesligisten Einmaliges gelungen ist, den Rothaus- Pokal zu gewinnen.

Bei den circa 850 Zuschauern, die in das Kronauer Stadion pilgerten, war die Erwartungshaltung auf beiden Seiten riesig. Nach Anpfiff des sehr jungen Schiedsrichters Jonathan Ziegler, in dessen Hände die Verantwortlichen des BFV die Spielleitung legten, machte sich anfangs eine seltsame Lähmung bei den Spielern des FC Östringen breit. Zumindest die kurze Abtastphase beider Mannschaften konnte aus Sicht des FCÖ2 noch die Erwartungen erfüllen. In der Vorberichterstattung des FC Weiher hatte dessen Trainerteam versprochen, sich den Traum eines Pokalsiegs zu erfüllen und mit entsprechendem Einsatz gegen den klassenhöheren Club dagegen zu halten. Anzumerken ist an dieser Stelle, dass keine aktuellen Spieler des Landesligisten zum Einsatz gekommen sind. Bis auf eine erste Möglichkeit, die Perparim Feta in der 26. Minute hatte, aber vom Weiherer Torhüter vereitelt wurde, konnte der Kreisligist lange keine weitere Aktion kreieren. Überraschenderweise durfte Weiher das Spielgeschehen in die Hand nehmen und immer wieder gefährlich vor Torhüter Maximilan Hohlweck auftauchen. Ein ums andere Mal liefen sich die Weißblauen fest, fanden keinen Zugriff auf spielerische Abläufe oder sie brachten den Ball nicht unter Kontrolle. Nach einem fairen Zweikampf, der von Spielleiter Jonathan Ziegler als Foulspiel gewertet wurde, legte sich Sinan Telle für den Freistoß den Ball zurecht. Sein 25m-Schuss aus halbrechter Position war für Keeper Hohlweck in den rechten oberen Torwinkel unhaltbar. Kurz vor dem Pausenpfiff überlief Philipp Leimenstoll auf der rechten Seite die Weiherer Abwehrkette. Die Flanke setzte Marius Bentheimer per Kopfball auf der linken Seite nur ganz knapp neben den Pfosten. Eine weitere knifflige Situation wenige Augenblicke vor Ende der ersten 45 Minuten war ein Foul an Leimenstoll wenige Zentimeter vor der Strafraumgrenze, als er von seinem Widersacher von den Beinen geholt wurde. Da dieser als letzter Mann das Foulspiel beging, hätte er mit einer Roten Karte bedacht werden müssen. Der anschließende Freistoß durch Feta ging weit über das Torviereck hinweg. Zu diesem Zeitpunkt war es trotz dieser beiden Möglichkeiten für den Kreisligisten eine verdiente Führung, die Weiher mit in die Pause nehmen durfte.
In der zweiten Hälfte hatte Trainer Antonio Sallustio im Pausengespräch seine Spieler in die Pflicht genommen, um sich ihrer Favoritenrolle zu erinnern. Diesen Ruck, der nunmehr durch alle Mannschaftsteile ging, war von der 46. Minute an erkennbar. Schon neun Minuten später brachte Feta eine Ecke von der linken Seite an den kurzen Pfosten, an dem Leimenstoll unbedrängt zum 1:1 Ausgleich einnickte. Fortan bestimmte der FC Östringen das Spielgeschehen. Weiher konnte sich nur noch schwer aus der Umklammerung befreien, da sich auch das Pressingverhalten positiv bemerkbar machte, zumal Weiher nun mit langen Bällen versuchte, in die Nähe von TW Hohlweck zu kommen In der 64. Minute war wiederum Zielspieler Feta beim 1:2 für Östringen beteiligt. Einen hohen Ball konnte dieser mit dem Hinterkopf auf Leimenstoll weiterleiten, der aus dem Getümmel heraus die vielumjubelte Führung erzielte. Hernach wurde die Begegnung etwas hitziger. Foulspiele häuften sich vor allem auf Seiten des Underdogs. Einige Schauspieleinlagen sollten den Schiedsrichter entsprechend beeindrucken. Zeitweise schien dieser die Übersicht zu verlieren, woraus einige unverständliche Entscheidungen entsprangen. Acht gelbe und eine Gelb-Rote Karte insgesamt waren für die Endphase Indiz für die zunehmende Härte. Nach der Dezimierung des Weiherer Teams hätte Leimenstoll für Beruhigung sorgen können, als er ein weites Zuspiel aufnahm und allein auf Weihers Schlussmann zueilte. Mit seinem Doppelpack musste er sich allerdings zufriedengeben, was beim anschließenden Schlussjubel keine Rolle mehr spielte. Alles in allem geht auf Grund beider Halbzeiten der Pokalsieg in Ordnung, Diese Mannschaft und dieses Trainerteam ist ein würdiger „Rothaus Kreispokalgewinner“.
Erinnert sei an dieser Stelle an den Pokalerfolg von vor genau 11 Jahren, als der damalige Kreisligist Östringen ebenfalls den „Krombachpokal“ gewonnen hatte.
Patrik Göbel, damals 20-jährig, darf sich jetzt zweifacher Pokalsieger nennen. Leider konnte dem abwesenden Marvin Hauer diese Ehre nicht zuteilwerden, da er bei diesem Spiel leider verhindert war (R.J./E.O.)










