Drei individuelle Fehler – Drei Punkte weg
Bedauernswert die Spieler des FC Östringen2, denen ausgerechnet diese Fehler unterlaufen waren, die sich immer mit großem Einsatz in den Dienst der Mannschaft stellen. Trotzdem muss man jenen bestätigen, dass sie Charakter auch in dieser Partie zeigten. Die Begegnung war auf dem Östringer Waldbuckel am Vortag der ‚Deutschen Einheit‘ um 19.30 Uhr gegen den ehemaligen Landesligisten FV Neuthard angesetzt worden, dessen Kader nach dem Abstieg vor zwei Jahren weitgehend zusammengehalten werden konnte.
Von der ersten Minute an setzte der Gast die Reserve des FC Östringen durch ständiges Pressing unter Druck. Antonio Sallustios Team fand keine spielerischen Mittel, sich aus der Umklammerung zu befreien. Die Angriffsbemühungen seitens des Gastgebers erstickten die Neutharder schon im Keim. In der 7. Minute führte die erste Unachtsamkeit der Innenverteidigung zum Ballverlust. Neuthards Stürmer konnte frei auf Torhüter Marc Wörlitz zulaufen. Als dieser kurz vor dem Torabschluss im 16m- Raum stand, wurde er zu Fall gebracht. Gegen den berechtigten Elfmeter war TW Wörlitz machtlos. Nach diesem Dämpfer fand die Heimelf immer noch nicht ihren Spielrhythmus, zu geschickt machte Neuthard die Räume dicht und blockierte jede Aktion. Erst gegen Ende der ersten 45 Minuten, als sich Neuthard etwas mehr zurückzog, war Östringen in der Lage, mit dem Gegner auf Augenhöhe zu agieren.
Nachdem Spielleiter Uwe Kemm, der der Partie alles in allem ein guter Moderator war, zur zweiten Hälfte angepfiffen hatte, zeigte Östringen ein anderes Gesicht. Es trug seine Angriffe mit mehr Verve und Resilienz nach vorne. Die Zweikämpfe wurden angenommen und die Angriffe viel energischer nach vorne getragen. Bisweilen fiel auf Neutharder Seite bei fairen Zweikämpfen deren Fallsucht auf. Bei einer Strafraumszene hingegen, bei der Philipp Leimenstoll unfair zu Fall gebracht worden war, hätte der Linienrichter – lt. seiner Aussage – nichts gesehen und der Schiedsrichter wollte nicht entscheiden. Bei den Fans keimte jetzt allmählich die Hoffnung auf ein zu diesem Zeitpunkt verdientes Unentschieden auf.
Diesem Wunsch kam dann endlich Philipp Leimenstoll in der 70. Minute mit dem 1:1 Ausgleich nach: Sydney Wystrach gewann bei einem Zweikampf das Spielgerät. Über einen Neutharder Spieler hob er den Ball zu Leimenstoll, der fast zu weit nach links abgedrängt wurde. Dennoch konnte er aus dieser wenig erfolgversprechenden Lage ins rechte lange Eck einnetzen. Zwei Minuten später stockte den Zuschauern der Atem, denn die zweite Unachtsamkeit im Mittelfeld führte wieder zur viel zu schnellen 2:1 Gästeführung.
Im Mittelfeld wurde der ballführende Östringer von mehreren Seiten bedrängt. Da keine Hilfe von seinen Mitspielern angeboten wurde, ließ sich Jannis Hendriks diese Gelegenheit nicht entgehen. Dieser Rückstand ließ den Gastgeber nur kurzzeitig innehalten und sich weiterhin unverdrossen um den verdienten Ausgleich bemühen. Doch spätestens in der 79. Minute zerstob diese Hoffnung, denn Unachtsamkeit Nummer Drei ergab sich bei einem Freistoß für Neuthard, den der Östringer Keeper ins eigene Netz abwehrte.
Bei der Gesamtbetrachtung dieses Vergleiches muss man die Bemühungen vor allem in Hälfte Zwei würdigen. Jedem neutralen Betrachter ist bewusst, dass nach dem Aufstieg im vorletzten Jahr in dieser Saison die Trauben höher hängen, zumal fast alle Kreisligagegner ihre Mannschaften mit gestandenen Spielern verstärkt haben.
(R.J./E.O.)