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AH - Veranstaltungen

24.10.2014 OKTOBERFEST MANNHEIM

Bayrische Brauchstumspflege vor Kronauer Krönung

Auch wenn die Unabhängigkeit ein Traum bleiben wird, freuen können sie sich die Bayern über den republikweiten Siegeszug ihrer Folklore. Beispiel Mannheim: dort steht ein Zelt, weißblau geschmückt. Es gibt Weißbier in Maßkrügen und geborene Badener tragen karierte Hemden und Lederhosen. So leicht macht den Bayern diesen kulturimperialistischen Coup niemand nach. Ob sie das tröstet? Wer will in ihre Herzen sehen?


Sicher hingegen ist, dass die AH des FCÖ sich auf dem Weg zur Profisionalisierung befindet. Denn eigens für das Turnier in Kronau wurde in jenem Mannheimer Oktoberfestzelt eine Taktikkonferenz einberufen. Zwar gilt Bescheidenheit als Tugend, aber man wird sagen dürfen, dass die hohen Erwartungen an den Nutzen dieser Veranstaltung erfüllt wurden. "Höckschstes Niwoo", würde Bundes-Jogi sagen, angesichts der getätigten Äußerungen. Sicherlich werden im Vorfeld von Fußballspielen oft sehr kluge Dinge gesagt,  man denke nur an die Berichterstattung von RTL, aber am 24.10.2014 wurde von der FCÖ-AH der Stein der Weisen entdeckt. Spahic erschütterte die Welt mit der Einsicht: "Wir müssen hinten dicht machen." Wagner verblüffte mit der Aufforderung, Chancen nicht nur kalt, sondern "eiskalt" zu verwandeln. Auf sowas muss man erst mal kommen. Senolan sprach die ganze Zeit davon, dass er der beste Spieler aller Zeiten sei und ihn der Rest einen Scheiß interessiere. Da war er noch nüchtern.

Nach und nach verlagerte sich das Geschehen von den Tischen an die Bar. Dort stand das Gesprächsniveau in einem proportionalen Verhältnis zum Alkoholkonsum. Senolan ging jetzt dazu über, auch wildfremde Besucher darüber in Kenntnis zu setzen, dass er wirklich der beste Spieler aller Zeiten sei. Niemand ging an diesem Abend mehr Menschen auf die Nerven. Wenn er mit der Nummer irgendwann an den Falschen gerät, gibt´s auf die Fresse. Weil er keine Lederhosen trug, kam sich Häfner etwas doof vor, vielleicht lag es aber auch daran, dass er es ist. Göbel redete die ganze Zeit; inhaltlich vernachlässigbar, jedoch laut. Jirgal tat, was er am Besten kann: an der Bar stehen und gut aussehen. Spahic soff und schwieg. Und Hauke? Erinnern Sie sich noch an Harald Juhnke? Multiplizieren sie das mit hundert. Das war Haucke.

Ja, die von der Vorstandschaft ausgegebene Weisung, nur Wasser zu trinken, wurde doch tatsächlich ignoriert. Selbst Steffen Pfeiffer, für seine Enthaltsamkeit berühmt, hielt sich nicht daran. Das hatte Folgen. Denn kaltes Bier übt auf Pfeiffers Verdauungstrakt eine fatale Wirkung aus. Woher wir das wissen? Weil Pfeiffer es uns wissen ließ. Wir wissen jetzt, dass nach der zweiten Maß es in Pfeiffers Magen, nein, Ronzä, grummelte, nein, rumgebollert hot. Wissen jetzt, dass er dann mit angespannter Gesäßmuskulatur und kleinen Schritten zur Toilette eilte, nein, dä Arsch zammä gepfäzt hot un uffs Scheißhaus gedibbelt isch. Nun sind die Ausmaße einer Toilettenkabine für gewöhnlich ein zu vernachlässigendes Detail, hier waren sie es nicht. Haben sie schon einmal versucht, ein aufgeblasenes Schlauchboot im Handschuhfach unterzubringen? Ja? War schwierig, oder? Vor einem ähnlichen Problem stand Pfeiffer, der den Ruf der Natur nicht vernahm, sondern von ihm angebrüllt wurde. Da saß er also, die Lederhosen gerade noch auf Kniehöhe gebracht und ließ geschehen, was sich angekündigt hatte. Es war etwas, das jeden Hochdruckreiniger wie Kinderspielzeug aussehen ließ. Ist es verrückt mit einer Kloschüssel Mitleid zu haben?

Wie gesagt, es ging eng zu. Pfeiffer und Hauke, der ebenfalls kacken musste, machten dies anschaulich. Zu sehen war das erste Klopantomimenduett der Weltgeschichte. Jede Sitzung hat ein Ende, weil sich der Grund für die Sitzung irgendwann traurigerweise verabschiedet. Natürlich ist es danach möglich, einfach aufzustehen und weiter zu trinken. Aber das wäre Barbarei. Hauke stellte das weitere Geschehen dar, indem er den Oberarm eng an den Rumpf legte, das Handgelenk abklappte, den Ellenbogen ausstellte und dann die Hand zum seitlich angehobenen Gesäß führte. Pfeiffer demonstrierte eine andere Technik. Sie bestach durch Eleganz und Anmut. Er spreizte die Beine und zog das rechte mit der Hand zum Oberkörper an. Diese Haltung erschwerte das Luftholen. Seine Gesichtsfarbe schimmerte jetzt lila und er atmete stoßweise. Dann führte er behutsam die linke Hand zwischen die Beine. Dabei wand sie sich um seinen faltigen, behaarten Hautbeutel, bis sie schließlich am Arsch war. Voila, so gehts auch!

Zum Turnier in Kronau: wir haben gewonnen.

M.H.

Veröffentlicht am 28.10.2014


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